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Was ist das Gesundheitsnetzwerk?

Das Gesundheitsnetzwerk ist eine Initiative der AOK zum digitalen Austausch von Gesundheitsdaten zwischen Patienten, niedergelassenen Ärzten und Kliniken. Es bietet die technische Plattform für die sektorenübergreifende Vernetzung zwischen den einzelnen Akteuren und ermöglichst dem Patienten einen souveränen Zugriff auf seine vom behandelnden Arzt ausgewählten und freigegebenen Gesundheitsinformationen. Zusätzlich können sie Informationen abrufen, die von der AOK in regelmäßigen Abständen automatisch zur Verfügung gestellt werden – beispielsweise Informationen zur Medikation auf Basis von Abrechnungsdaten der Ärzte. Darüber hinaus können die Patienten eigene Dokumente wie ihren Organspendeausweis hochladen und auf Wunsch auch Messwerte aus Fitnesstrackern oder Wearables hinterlegen.

Der Patient hat die absolute Datenhoheit und entscheidet allein, welcher medizinische Akteur welche Informationen sehen kann. Das stärkt die eigene Kompetenz im Umgang mit der Gesundheit und ermöglicht den Ärzten, Kliniken und anderen medizinischen Partnern, sowohl in Notfällen als auch in regelhaften Versorgungsabläufen, eine effizientere Versorgung auf Basis möglichst vollumfänglicher Behandlungsinformationen zu erbringen.

Wie kann ich als Patient teilnehmen?

Im Gesundheitsnetzwerk sollen Sie als Patient immer und überall auf Ihre Informationen zugreifen können. Zur Nutzung des vollen Leistungsumfanges ist eine technische Anbindung mit Hilfe eines Computers, eines Smartphones oder eines Tablets per Internet grundsätzlich erforderlich. Zudem wird eine gültige Mobilfunknummer benötigt, welche bei der Registration anzugeben ist, sowie ein SMS-fähiges Mobilfunkgerät. Sie erhalten bei der Identifikation und bei jeder Anmeldung eine mobile Tan per SMS zur Bestätigung. Die elektronische Gesundheitskarte wird zur Teilnahme am Gesundheitsnetzwerk nicht benötigt. Auf der Karte selbst werden keine Daten vom Gesundheitsnetzwerk gespeichert.

Das brauchen Sie:

  • gültige E-Mailadresse
  • gültige Mobilfunknummer
  • internetfähiges Endgerät für Zugriff auf das Patienten-Portal (PC/Laptop/Smartphone/Tablet)
  • SMS-fähiges Mobilfunkgerät

Um am Gesundheitsnetzwerk teilzunehmen, registrieren Sie sich als Patient im Portal und eröffnen Ihr persönliches Patientenprofil. Hierfür werden folgende Daten benötigt:

  • Vor- und Nachname
  • eine gültige E-Mailadresse
  • eine gültige Mobilfunknummer
  • Geburtsdatum
  • Krankenversicherungsnummer

Darüber hinaus müssen Sie einen Benutzernamen und ein Passwort festlegen. Um das Patientenportal vollumfänglich nutzen zu können, muss Ihre Identität bei einem teilnehmenden Arzt bestätigt werden.

Warum müssen sich Patienten zur Nutzung identifizieren?

Daten und Informationen zur eigenen Gesundheit müssen vor fremden Zugriffen geschützt bleiben. Um unbefugten Personen den Zugriff auf die medizinischen Daten zu verwehren, ist für die Nutzung des Patientenportals eine Personenidentifikation erforderlich. Hierbei wird durch Abgleich der vom Nutzer angegebenen demografischen Daten (etwa Name, Alter, Wohnort, Geschlecht) mit den Daten des Personalausweises und einer persönlichen Gegenüberstellung sichergestellt, dass die registrierte Person für den Zugriff auf das gewünschte Patientenprofil inkl. aller Daten berechtigt ist.

Welche Vorteile bietet mir eine Teilnahme am Gesundheitsnetzwerk?
  • Sie bekommen als teilnehmender Patient im Gesundheitsnetzwerk souveränen Zugriff auf Ihre bei verschiedenen Ärzten und Krankenhäusern verteilten Gesundheitsinformationen.
  • Sie bestimmen, wer wann auf welche Informationen zugreifen darf und haben damit die Datenhoheit.
  • Durch den übergreifenden Informationsaustausch kann für Sie als Patienten beispielsweise eine effizientere stationäre Aufnahme und Entlassung erzielt werden. Dabei besteht eine höheren Arzneimitteltherapiesicherheit und überflüssige Doppeluntersuchungen können vermieden werden.
  • Der Aufnahmeprozess im Krankenhaus kann deutlich schneller erfolgen und etwa in Notfallsituation auf wichtige Behandlungsinformationen zurückgegriffen werden.
  • Nach der Entlassung können die ambulanten Anschlussbehandlungen auf Basis der Informationstransparenz im Gesundheitsnetzwerk effizient fortgeführt werden.
  • Wenn vom Arzt oder Krankenhaus angeboten, besteht die Möglichkeit zur bequemen Online-Terminbuchung

Der Funktionsumfang des Gesundheitsnetzwerkes wird stets weiter entwickelt. Freuen Sie sich auf viele weitere spannende und nützliche Anwendungen, wie beispielsweise einen elektronische Impf- oder -Mutterpass, eigenständiger Medikationscheck, Vorsorgetermine managen und vieles mehr.

Wie ist der Daten- und Informationsschutz gewährleistet?

Im Gesundheitsnetzwerk besteht keine Möglichkeit der globalen Einsichtnahme für Informationen von Patienten – vielmehr wird ein „digitales Rechtekonzept“ konsequent umgesetzt. Der Patient hat die absolute Datenhoheit und entscheidet selbst, wer welche Informationen einsehen kann. Dabei bleibt die medizinische Einrichtung weiterhin Inhaber der von ihr erfassten behandlungsrelevanten Informationen.

Die AOK besitzt nur die Versichertenstammdaten, welche aufgrund ihres gesetzlichen Auftrages ohnehin rechtmäßig vorhanden sind. Die Gesundheitskasse erhält keinerlei Zugriff auf Befund- oder Behandlungsinformationen des Patienten.

Die Teilnahme am Gesundheitsnetzwerk erfolgt nach Authentifizierung des Interessenten, so dass der Kreis berechtigter Personen jederzeit geprüft werden kann.

In welcher Region ist das Gesundheitsnetzwerk bereits verfügbar?

Das Gesundheitsnetzwerk startet in der Region Ueckermünde/Anklam in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Arztnetz HaffNet und dem Klinikum AMEOS. Ab Frühjahr 2018 ist das Gesundheitsnetzwerk in Berlin verfügbar mit neun Kliniken von Vivantes sowie dem Sana-Klinikum Lichtenberg. Sukzessive werden weitere Mediziner angebunden. Derzeit arbeiten alle AOKen an regionalen Angeboten. Dabei bleiben alle Lösungen anschlussfähig und werden unter einem Dach vernetzt. Auch wird die Andockung an die Telematik-Infrastruktur möglich sein.

Was verspricht sich die AOK vom Gesundheitsnetzwerk?

Eine gute und wohnortnahe medizinische Versorgung ist für die AOK ein hohes Gut. Deshalb engagiert sich die Gesundheitskasse für die Belange all ihrer Versicherten, gerade auch im ländlichen Raum. Ziel ist es, die Versorgung der Versicherten dauerhaft, umfassend und dabei mit hoher Qualität über die tradierten Schranken zwischen Sektoren hinweg zu organisieren und als Erweiterung ihres Angebots dem Versicherten ein Werkzeug an die Hand zu geben, um als mündiger Patient selbst am Behandlungsgeschehen teilzunehmen.

Worin unterscheidet sich das Angebot der AOK von ähnlichen Offerten anderer Anbieter?

Durch den Aufbau des Gesundheitsnetzwerkes auf Basis einer IHE-konformen Plattform (Integrating The Healthcare Enterprise) ermöglicht die AOK ihren Versicherten als erste Krankenkasse die eigenverantwortliche Verfügung über die sie betreffenden medizinischen Informationen. Im Gegensatz zu den Versicherten anderer Krankenkassen können sie von innovativen Prozessen, einer effizienteren Kommunikation, neuen Versorgungskonzepten sowie vollkommen neuen Strukturen der Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der unterschiedlichen Sektoren im Gesundheitswesen profitieren. Grundlage für das Projekt ist die konsequente Orientierung an Standards in Prozessen und Technologie, die eine größtmögliche Interoperabilität von Systemen und Organisationen ermöglicht und somit auch zukünftige Entwicklungen berücksichtigt.

Entstehen dem Versicherten gesondert Kosten bei der Teilnahme am Gesundheitsnetzwerk?

Nein, die Teilnahme am Gesundheitsnetzwerk und der damit einhergehenden Nutzung aller Funktionen ist für jeden Versicherten der AOK kostenfrei.

Haben die gespeicherten Informationen einen Einfluss auf die Höhe des Beitragssatzes?

Nein, der Beitragssatz der AOK ist für alle Versicherten gleich, unabhängig vom Alter, dem Gesundheitsstand oder der etwaigen Teilnahme am Gesundheitsnetzwerk oder anderen Programmen. Als gesetzliche Krankenversicherung bekennt sich die AOK ganz klar zum Solidarsystem, das keine Beitragsunterschiede nach Gesundheitsrisiko, wie in der privaten Versicherungswirtschaft, zulässt. Die im Gesundheitsnetzwerk gespeicherten Gesundheitsdaten dienen dazu, die medizinische Versorgung im Krankheitsfall zu verbessern, indem das an der Behandlung beteiligte medizinische Personal auf alle wichtigen Informationen zugreifen kann. Dabei hat die Gesundheitskasse keinen Zugriff auf die medizinischen Daten.